Gewinnen und Verlieren. Beides gehört zum Leben! Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Und ich hörte auch schon: Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die Andern! Anscheinend gibt es da einschlägige Erfahrungen. Nun, manchmal liegt ja auch zwischen Gewinnen und Verlieren nur ein Quäntchen Glück. Wäre..., dann hätte...! Noch lange gehen einem vor allem Erfahrungen des Verlierens durch den Kopf. Das Gewinnen verblasst meist schneller. Aber ein Gedanke hat sich hartnäckig durchgesetzt: Gewinnen ist eine absolut tolle Sache, man sieht es ja bei Sportlern, wenn sie gewonnen haben! Verlieren, das ist das eigentlich Schlimme. Das sitzt richtig tief! Das wurmt! Das lässt nicht los. Das ist Mist. Aber ist es tatsächlich so? Von Lottogewinnern wissen wir, dass die meisten von ihnen ihren Gewinn nicht zu einem besseren Leben nützen können, ganz im Gegenteil, bei vielen hat man den Eindruck, es wäre besser gewesen, sie hätten nie etwas gewonnen. Das mit dem Gewinnen und Verlieren ist also gar nicht einfach. Manch vermeintlicher Gewinn war nicht das große Los! Und mancher Verlust hat sich im Nachhinein als etwas Positives herausgestellt - je nachdem wie genau man es anschaut.

Wir halten deshalb fest: Die Sache ist komplexer alles geahnt, richtig ist aber, dass unser Leben tatsächlich unter dem Spannungsbogen von Gewinnen und Verlieren stattfindet: Man kann das Leben gewinnen! Man kann sein Leben aber auch ganz schrecklich verspielen! Oh ja,manchmal schneller als man glaubt. Nun sagte jemand vor kurzem zu mir, „am Ende eines Lebens sei das letztlich doch völlig egal. Dann wird eh alles auf Null gestellt und wir überschreiten glücklich lächelnd die Schwelle zum Paradies, ganz egal ,was vorher war“. Wo haben wir nur diesen Unsinn her? Jedenfalls stammt das nicht aus der Bibel! Das scheint eher ein Produkt unserer Wünsche und Fantasien zu sein!

Und dann gibt es noch mal andere, die denken doch tatsächlich, je schlechter du es hier auf dieser Erde hattest, desto besser wird es dir im Jenseits ergehen. Noch so ein Märchen! Diesen Automatismus finden wir nirgends bei Jesus. Wiewohl Jesus durchaus von Gewinnen und Verlieren spricht. Auch der Theologe Paulus tut das. Einhellig wird die Meinung vertreten: Verlierer sind die, die allein auf dieses Leben setzen! Weil das so schrecklich falsch ist, deshalb sind das die echten Verlierer, da sie nur dieses Leben hier auf dem Schirm haben. Das gilt leider auch dann, wenn viele Zeitgenossen - vielleicht auch Sie? - so leben, als gäbe es nur die Jahre hier auf dieser Erde. Gewinner dagegen sind Leute, die verwegen sind und alles auf eine Karte setzen. Verwegen, weil es ja um etwas Unsichtbares geht und man das alles ja gar nicht beweisen kann! Es geht wirklich um etwas ganz Anderes! Um Gott, seine Ideen und Gedanken für unsere Welt. Sein Plan für uns und die Menschen. Das ist total krass. Das muss man erst kapieren! Das ist das Beste von allem - wird behauptet - und deshalb sollen wir uns unbedingt dafür einsetzen. Nachzulesen im 1. Kapitel des Philipperbriefes. Argumentiert wird so: Weil Gott herausragend ist, deshalb sollen wir Menschen, die ihn hier auf Erden repräsentieren, auch herausragend sein und das Beste geben. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht?

Gottes Segen wünscht Ihnen Ihr Gemeindepfarrer Joachim Knab